Der älteste Kaktus, der noch heute in meiner Sammlung steht, stammt aus meiner Studienzeit. Ich erinnere mich, dass ich damals, 1964, auf der Dachterrasse des Chemie - Instituts der TH Graz einen Spross mitgehen habe lassen. Es war eine schöne Gruppe von Bolivicereus (heute Cleistocactus) micropetalus, die es mir angetan hatte. Ein spätes Geständnis, ich hoffe nachträglich auf Vergebung. Übrigens: 2015 hat er erstmals, 51 Jahre später, geblüht!
Auch noch am Leben ist eine unverwüstliche Echinopsis multiplex (heute oxygona), die mir ein Cousin 1966 zur Pflege überließ. Besser so, dachte er, als das arme Wesen bei sich dahinsiechen zu lassen.
Die nächst älteste Pflanze, die noch heute lebt, einen Cleistocactus strausii, habe ich 1967 am Grazer Kaiser-Franz-Joseph Platz gekauft. Dort war damals die Weizer Kakteengärtnerei Muik regelmäßig vertreten. Die Gärtnerei gibt es heute wohl nicht mehr.

Cleistocactus micropetalus
Cleistocactus strausii Echinopsis oxygona
Um 1967 entsteht das erste beheizte Kleinstgewächshaus, das ich mir aus Winkeleisen zusammengeschraubt und mit Glasplatten versehen habe. Alles selbst gebastelt. Es stand zunächst auf dem Balkon in der Stenggstrasse, Graz-Mariagrün. Später, 1970, als ich beruflich nach München wechselte, stand es auf meinem Balkon in der Freischützstrasse in München, dann 1974 in der Gögglstrasse in München-Moosach.
Auch damals (1975) schon: Reicher Blütenflor (Scan vom Dia)
Das Kleingewächshaus folgte uns 1978 sogar beim Umzug in die Schweiz, genauer in die Rütistrasse in Adliswil!
6 lange Wochen waren sie da in ihren Zügelkisten irgendwo in einem warmen, absolut finsteren Möbellager eingesperrt. Das hat nicht allen gut bekommen. Manche Woll- oder Schmierlaus war dem garstigen Klima offenbar eher gewachsen und hat entsprechenden Schaden angerichtet. Andere Pflanzen haben wiederum in grösster Panik Lichtmangel - Triebe entwickelt und sind dabei eingegangen. Sei's drum, bald darauf konnten die Überlebenden in ein grösseres Anlehngewächshaus auf der Gartenterrasse umziehen, wo sie sich immerhin so wohl fühlten, dass die Königin der Nacht ihre prachtvollen Blüten entwickelte.
Die folgende Bildsequenz zeigt die Königin am selben Tag im Juli 1982 um 12 Uhr, dann 19:00, 20:30 und dann stündlich bis 02:00 Uhr. Und zuletzt, schon welkend, um 8 Uhr morgens.