Echinocereus pentalophus 2008

Von den Anfängen an

Wann hat es angefangen? Und wie ging es weiter?

Der älteste Kaktus, der noch heute in meiner Sammlung steht, stammt aus meiner Studienzeit. Ich erinnere mich, dass ich damals, 1964, auf der Dachterrasse des Chemie - Instituts der TH Graz einen Spross mitgehen habe lassen. Es war eine schöne Gruppe von Bolivicereus (heute Cleistocactus)  micropetalus, die es mir angetan hatte. Ein spätes Geständnis, ich hoffe nachträglich auf Vergebung. Übrigens: 2015 hat er erstmals, 51 Jahre später, geblüht!

Auch noch am Leben ist eine unverwüstliche Echinopsis multiplex (heute oxygona), die mir ein Cousin 1966 zur Pflege überließ. Besser so, dachte er, als das arme Wesen bei sich dahinsiechen zu lassen.
Die nächst älteste Pflanze, die noch heute lebt, einen Cleistocactus strausii, habe ich 1967 am Grazer Kaiser-Franz-Joseph Platz gekauft. Dort war damals die Weizer Kakteengärtnerei Muik regelmäßig vertreten. Die Gärtnerei gibt es heute wohl nicht mehr.

Cleisto20micropetalus20201120thumb   Cleistocactus20micropetalus 2015 thumb Cleistocactus micropetalus
Cleistocactus20strausii20thumb   Echinopsis20oxygona20thumb
 Cleistocactus strausii            Echinopsis oxygona     
      
Um 1967 entsteht das erste beheizte Kleinstgewächshaus, das ich mir aus Winkeleisen zusammengeschraubt und mit Glasplatten versehen habe. Alles selbst gebastelt. Es stand zunächst auf dem Balkon in der Stenggstrasse, Graz-Mariagrün.  Später, 1970, als ich beruflich nach München wechselte, stand es auf meinem Balkon in der Freischützstrasse in München, dann 1974 in der Gögglstrasse in München-Moosach.

Auch damals (1975) schon: Reicher Blütenflor (Scan vom Dia)
007 Goegglstrasse 1975

Das Kleingewächshaus folgte uns 1978 sogar beim Umzug in die Schweiz, genauer in die Rütistrasse in Adliswil!
6 lange Wochen waren sie da in ihren Zügelkisten irgendwo in einem warmen, absolut finsteren Möbellager eingesperrt. Das hat nicht allen gut bekommen. Manche Woll- oder Schmierlaus war dem garstigen Klima offenbar eher gewachsen und hat entsprechenden Schaden angerichtet. Andere Pflanzen haben wiederum in grösster Panik Lichtmangel - Triebe entwickelt und sind dabei eingegangen. Sei's drum, bald darauf konnten die Überlebenden in ein grösseres Anlehngewächshaus auf der Gartenterrasse umziehen, wo sie sich immerhin so wohl fühlten, dass  die Königin der Nacht ihre prachtvollen Blüten entwickelte.

Die folgende Bildsequenz zeigt die Königin am selben Tag im Juli 1982 um 12 Uhr, dann 19:00, 20:30 und dann stündlich bis 02:00 Uhr. Und zuletzt, schon welkend, um 8 Uhr morgens.
dummySelenicereus macdonaldiae 01 1982Selenicereus macdonaldiae 04 1982Selenicereus macdonaldiae 05 1982Selenicereus macdonaldiae 06 1982Selenicereus macdonaldiae 07 1982Selenicereus macdonaldiae 08 1982Selenicereus macdonaldiae 10 1982Selenicereus macdonaldiae 11 1982Selenicereus macdonaldiae 12 1982Selenicereus macdonaldiae 1982 13

Weitere 7 Jahre sind vergangen, und wir konnten in unser neues Haus ziehen. Der Traum von einem richtigen Gewächshaus entstand dadurch sehr bald, aber mein alter Traum wurde erst 2006 wahr: > Kakteenhaus

Die Folge ist eine nie gekannte Blühfreude meiner Exoten! Siehe auch: > Die vielen Bilder
Auch wenn das neue Kakteenhaus viel mehr Platz bietet: Es wird halt gleich wieder zu eng. Man möchte ja nicht aufhören zu sammeln. Aber so geht es wohl jedem: Man muss sich eben beschränken.
Die Senecio aus Gomera
Das möchte ich noch festhalten: Manchmal packt einen einfach der Ehrgeiz. So geschehen mit einer kleinen sukkulenten Wildpflanze, die wir im Dezember 2000 aus Gomera (eine der kanarischen Inseln) mitgebracht haben - Senecio kleinia. Ja ich weiß, das sollte man nicht tun.
Sie verliert ja in der Ruhezeit alle Blätter. Im Frühsommer stelle ich sie an der Hauswand ins Freie, dort bildet sie wieder frisch beblätterte Neutriebe und gegen September schien sie schon länger Blütenknospen zu bilden. Sie sind aber nie aufgegangen, vielleicht hatte die Pflanze dann schon zu kalt. Diesmal aber, im frühen September 2015 (insgesamt ein sehr warmer Sommer), habe ich sie gleich ins Gewächshaus gestellt mit tagsüber mindestens 20 GradC. Und sie hat geblüht, ein eher seltenes Ereignis für unsere Breiten, wie ich höre. Keine atemraubende Schönheit, aber dafür eine sehr feine und zarte Erscheinung! Die ganze Pflanze misst inzwischen gegen 1 Meter.
Senecio20kleinia 2015

Senecio20kleinia 201520b

Senecio20kleinia 201520c
Die Samen, übrigens, sind mir nicht gekeimt.
Die Pflanze ist mir inzwischen eingegangen. Aber auf Gomera gibt's ja noch im Überfluss davon